Enger (EA). Maurer, Tischler, Bäcker und Friseur sind wohl einige der bekanntesten und typischsten Berufe im Handwerk. Wie umfassend diese Branche allerdings wirklich ist, und welche Möglichkeiten sie für junge Menschen bietet, wissen die wenigsten.

Über dieses Thema hat Lena Strothmann, Präsidentin der Handwerkskammer Ostwestfalen-Lippe zu Bielefeld, jetzt die Bürger im Gerbereimuseum auf Einladung der Jungen Union Enger-Spenge aufgeklärt. Mit den schulischen und beruflichen Ausbildungsmöglichkeiten für Jugendliche beschäftigt sich auch die Junge Union Enger-Spenge seit geraumer Zeit. Daher haben die Mitglieder der CDU-Jugendorganisation zum Themenabend »Ausbildung im Handwerk« Lena Strothmann (MdB) eingeladen.»Viele junge Menschen haben ein veraltetes Bild und falsche Vorstellungen von handwerklichen Berufen«, sagte Lena Strothmann. Nur einer von fünf Jugendlichen könne sich eine Ausbildung im Handwerk vorstellen, da nur die typischen Berufe wie Dachdecker und Klempner bekannt seien. Die Branche hat allerdings noch einiges mehr zu bieten. »Es gibt heutzutage zunehmend mehr technische Berufe und Arbeiten am Computer, bei denen Köpfchen gefragt ist und keine Muskelkraft«, meinte die stellvertretende Vorsitzende des CDU-Kreisverbandes Bielefeld. Zudem seien auch Frauen sehr gefragt in vielen handwerklichen Berufen und hätten dort zudem gute Verdienstmöglichkeiten. Dennoch seien nur 23 Prozent der weiblichen Bevölkerung im Handwerk tätig. Dabei hat die Branche in Deutschland laut Lena Strothmann eine Millionen Betriebe mit fünf Millionen Mitarbeitern. Zudem gebe es 130 verschiedene Ausbildungsberufe. »Wir sind ein Industrieland und benötigen junge Leute, die neue Betriebe gründen und bestehende weiterführen«, erklärte die Präsidentin der Handwerkskammer.Viele junge Menschen wollen heute Abitur machen und studieren. An der Uni liegt die Abbrecherquote allerdings bei 20 Prozent. Einige Jugendliche sind laut Lena Strothmann daher besser aufgehoben, wenn sie eine praktische Ausbildung absolvieren. Zudem sei das duale System eine riesige Chance. »Das Handwerk bietet nicht nur die Möglichkeiten einer klassischen Ausbildung. Die Branche ermöglicht jedem eine individuelle Karriere, indem man beispielsweise eine Lehre macht und nebenbei oder hinterher studiert«, sagte Strothmann. Ebenfalls nicht zu missachten sei die Tatsache, dass die Wirtschaft in Deutschland brumme und es dem Handwerk momentan sehr gut gehe. »2011 hatten wir ein Wachstum von 7,5 Prozent. 25 000 neue Arbeitsplätze konnten geschaffen werden«, erklärte Strothmann.Abschließend konnten die Besucher der Präsidentin der Handwerkskammer OWL einige Fragen stellen und diskutieren. Auch die beiden CDU-Landtagskandidaten Dirk Fenner und Martin Schuster standen für Fragen zur Verfügung.