Löhne (LZ). »So geht es nicht weiter mit der Ausbildungsplatzbörse "Step One"«, sind sich Christian Knollmann, Dennis Cutraro und Sarah Köstring von der Jungen Union Löhne einig. Sie haben jetzt ein Konzept erstellt, um die Veranstaltung auf dem Aqua-Magica-Gelände wieder attraktiver für Schüler und Aussteller zu machen.
»Unser Hauptargument ist: Die Besucher sind zu jung«, betont Christian Knollmann. Mit 14 Jahren seien die Schüler eindeutig zu jung, um sich schon auf die berufliche Zukunft vorzubereiten. »Neunt- und Zehtnklässler wären die richtige Altersgruppe«, sagt Dennis Cutraro. Die Jugendlichen müssten sich in dem Alter langsam für einen Beruf entscheiden. »Dann macht es auch Sinn, Praktika zu vereinbaren«, sagt Dennis Cutraro.
Was den Mitgliedern der Löhner Jungen Union ebenfalls sauer aufstößt, ist die Tatsache, dass 75 Prozent der Schüler nicht freiwillig zur »Step One« kommen würden. »In der Schule wird der Besuch der Ausbildungsplatzbörse zur Pflichtveranstaltung. Die Schüler haben die Aufgabe, von jedem Aussteller eine Unterschrift zu sammeln, um zu beweisen, dass sie dort gewesen sind. Doch das ist nicht Sinn und Zweck dieser Veranstaltung«, ärgert sich Christian Knollmann über das bisherige Konzept.
Er und seine sechs Mitstreiter der Arbeitsgruppe »Step One« haben sich sowohl bei Schülern als auch bei Ausstellern umgehört. Das Fazit ist erschreckend. »Die meisten Schüler sind nur an den Gewinnspielen und Werbegeschenken interessiert, aber nicht an Gesprächen zum Thema Ausbildung«, berichtet Knollmann. Dadurch werde die Veranstaltung auch für die Aussteller zunehmend uninteressanter.
Auch der Termin im Mai sei denkbar schlecht gewählt. »Für das laufende Ausbildungsjahr können sich Schüler dann sowieso nicht bewerben, sondern erst für das Jahr danach. Das bringt keinem wirklich etwas«, sagt Sarah Köstring. Im Oktober oder November wäre es günstiger und sinnvoller, die »Step One« zu veranstalten. Doch dann sei es für den bisherigen Veranstaltungsort auf der Aqua Magica bereits zu kalt.
»Das führt uns zu dem nächsten Problem. Unserer Ansicht nach ist das Zelt auf der Aqua Magica keine gute Lokalität für die ÝStep OneÜ«, sagt Christian Knollmann. Zum einen müsse das Zelt für viel Geld gemietet werden, zum anderen sei man extrem witterungsabhängig. »Für viele Löhner Schulen ist der Weg zur Aqua Magica auch einfach zu weit.« Alternativen seien in Löhne die Werretalhalle und in Bad Oeynhausen die Wandelhalle im Kurpark oder beispielsweise das Rehmer Bürgerhaus.
»Wir wollen weg von der Pflichtveranstaltung. Die ÝStep OneÜ sollte nur nachmittags für wirklich interessierte Schüler angeboten werden«, sagt Dennis Cutraro. Zudem müssten die Aussteller besser betreut werden. »Wir haben von den Firmen oft gehört, dass die beiden Städte als Veranstalter nicht wirklich Interesse an einem Feedback gezeigt haben«, sagt Cutraro. Auch die Standkosten, die die Firmen zu entrichten hätten, seien ein Unding. »Sie müssen entfallen.« Nur so könne man auch zukünftig große und namhafte Firmen wieder anlocken. »Auch das Marketing lässt zu wünschen übrig. Es wäre gut, eine breitere Masse anzusprechen und zum Beispiel über Internet-Plattformen wie Facebook Werbung für die Ausbildungsplatzbörse zu machen«, nennt Dennis Cutraro eine Idee. Einige Firmen, die nicht mehr kommen würden, hätten bereits Interesse signalisiert, wieder dabei zu sein, wenn sich das Konzept auf Dauer ändere.
Andrea Baumgartner von der Stadt Löhne, die für die Bereiche Wirtschaftsförderung, Stadtmarketing und Tourismus zuständig ist, hat großes Interesse daran, sich das Konzept der Jungen Union anzusehen. »Wir überlegen jedes Jahr aufs Neue, wie wir die Ausbildungsplatzbörse attraktiver machen können. Deswegen stehen wir auch in Kontakt mit Ausstellern und Lehrern«, sagt Andrea Baumgartner.
Die Stadt mache die "Step One" jedoch nicht automatisch zu einer Pflichtveranstaltung. »Das machen die Schulen«, betont die Mitarbeiterin der Stadt. Der Standort auf der Aqua Magica sei sehr gut und habe bislang auch nie zur Debatte gestanden. »Der Park ist von beiden Städten aus gut erreichbar.« Was die stetig wechselnden Aussteller angehe, sehe sie auch keinen Handlungsbedarf. »Es gibt immer Fluktuationen.«
Trotzdem wolle sie mit der Jungen Union Kontakt aufnehmen, um mit den Mitgliedern über das Konzept zu sprechen und bei Bedarf zu diskutieren.