Seit 2003 veranstalten die Städte Löhne und Bad Oeynhausen jährlich eine Ausbildungsplatzbörse auf dem Gelände der Aqua Magica. Auch im nächsten Jahr soll die sog. „STEPone“ den Schülerinnen und Schülern aus Löhne und Bad Oeynhausen die Gelegenheit geben, sich über Berufsmöglichkeiten nach der Schule zu informieren sowie erste Kontakte zu den lokalen Unternehmen zu schaffen. Leider werde dieses Ziel zunehmend verfehlt, meint die Junge Union (JU) Löhne.

Die Schülerinnen und Schüler werden für den Tag der Ausbildungsplatzbörse vom Schulunterricht befreit. Im Gegenzug müssen sie eine Liste mit Unterschriften sammeln, die sie auf der STEPone von teilnehmenden Unternehmen einholen. Dieser Nachweis dient den Schulen als Bestätigung, dass die aufgebrachte Zeit „sinnvoll“ genutzt wurde. „Doch anstatt dadurch das eigentliche Ziel zu erreichen, nämlich ernsthafte Gespräche mit den sich präsentierenden Unternehmen zu führen, findet in den meisten Fällen ein bloßes Gehetze durch das Zelt statt – mit dem Ziel, Unterschriften zu sammeln. Dies ist alles andere als sinnvoll“, meint Christian Knollmann, stellvertretender Vorsitzender der CDU-Jugendorganisation. Das Gymnasium Löhne beispielsweise nimmt daher gar nicht mehr an der STEPone teil.

Die Frage nach der Sinnhaftigkeit stellten sich aber nicht bloß Schüler und Lehrer. Auch die heimischen Firmen ziehen sich mehr und mehr aus dem Projekt zurück. Die Begründungen sind alle ähnlich: Mangelnde Resonanz, fehlende tiefgründige Gespräche und die schwindende Hoffnung auf diese Weise Auszubildende zu finden. In diesem Jahr seien gerade einmal drei produzierende Unternehmen auf der STEPone vertreten gewesen. Die JU hat beobachtet, dass man stattdessen gehäuft weiterführende Bildungsträger und Dienstleister antreffe. Der ursprüngliche Gedanke der STEPone, nämlich Schülerinnen und Schüler zu Ausbildungsberufen in den Unternehmen der Region zu führen, scheint also hinfällig.

Christian Knollmann ist sich sicher: „Findet keine Änderung im Konzept der Ausbildungsplatzbörse statt, wird es auch weiterhin nicht gelingen, den Schülerinnen und Schülern hierdurch einen ersten Schritt in das Berufsleben zu ermöglichen“. Darum sei es wichtig, neue Wege zu gehen. Ein erster Schritt könnte sein, bereits früh im Voraus in den Schulen auf die Ausbildungsplatzbörse vorzubereiten. Man müsse von dem Procedere der reinen Sammlung von Unterschriften wegkommen hin zu sinnvollen Gesprächen. Auch die Eltern müssten informiert werden. „Den lokalen Unternehmen muss durch eine Änderung des Konzepts signalisiert werden, dass es sich wieder lohnt, auf der Ausbildungsplatzbörse vertreten zu sein. Dann könnte das eigentliche Ziel der STEPone erreicht werden und sowohl Schülerinnen und Schüler als auch Unternehmen davon profitieren“, sagt Christian Knollmann abschließend.